Satellitenanlagen – die Nummer 1 für den TV-Empfang

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14.05.2018 14:25 Uhr

SAT-TV ist mit fast 50 % der angeschlossenen Haushalte in Deutschland die Nummer 1 beim Fernsehempfang. Unser Ratgeber zeigt, wie die Technik funktioniert und was beim Kauf und Anschluss beachtet werden sollte. Gleichzeitig werden die Vor- und Nachteile der Empfangstechnik beleuchtet und ein Blick in die Zukunft geworfen.

TV-Empfang in Deutschland

Der deutsche Fernsehzuschauer hat mehrere Möglichkeiten, TV-Sendungen zu empfangen. Die prozentuale Verteilung der Systeme zeigt aber, dass Satellitenfernsehen in den 38,3 Millionen Fernsehhaushalten favorisiert wird:

Satellit – 46 % (17,6 Mio.)
Kabel – 43 % (16,6 Mio.)
lineares Internetfernsehen IPTV – 6 % (2,3 Mio.)
digitales Antennenfernsehen DVB-T – 5 % (1,8 Mio.)

Der größte Vorzug des SAT-TV gegenüber anderen Techniken ist das riesige Angebot an Sendern. Das Astra-Satellitensystem beispielsweise liefert in der Hauptorbitalposition bei 19,2 Grad Ost mehr als 300 deutschsprachige TV-Kanälen, den Löwenanteil von über 250 Sendern sogar ohne monatliche Kosten und unverschlüsselt. Sie finden dort nicht nur sämtliche öffentlich-rechtlichen und privaten, sondern auch viele Lokal- und Spartenprogramme. Mehr als 50 Kanäle bieten eine hohe Auflösung im HDTV-Format. Zudem können die Astra-Signale in nahezu ganz Europa empfangen werden, so dass Sie auch während Ihres Urlaubs nicht auf Ihre Lieblingssendungen verzichten müssen.

Wie funktioniert die Übertragung?

Die Satelliten für den TV-Empfang befinden sich in rund 36.000 Kilometer Abstand zur Erde. Da sie sich auf einer Kreisbahn exakt mit der Erde mitdrehen, nehmen sie immer dieselbe Position ein. Die TV-Sender schicken ihre Programmsignale an die Satelliten, diese strahlen sie wiederum zur Erde zurück. Auf Grund der großen Distanz sind die Signale sehr schwach, deshalb werden für den Empfang starke Antennen benötigt. Am besten eignen sich Schüsseln, die die Signale in ihrem Brennpunkt bündeln können.

Vor- und Nachteile beim Satellitenempfang

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Der Fernsehempfang über eine SAT-Anlage bringt für den Konsumenten zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Angeboten. An erster Stelle steht dabei die bereits erwähnte Sendervielfalt, die nationale und internationale Anbieter miteinschließt. Vor allem für Verbraucher mit ausländischen Wurzeln ist es interessant, auch vertraute Sendungen aus ihrem Heimatland sehen zu können.

Darüber hinaus entsteht bei der Entscheidung für SAT-TV keine Vertragsbindung, wie es etwa beim Kabelempfang der Fall ist. Allenfalls können Sie einen Wartungsvertrag für Ihre Anlage abschließen. SAT-Anlagen erlauben bei der Medienversorgung insgesamt einen Preisvorteil von 30 bis 60 % gegenüber Kabelanschlüssen. Zudem steigern sie den Wert von Immobilien, was besonders Eigentümern von Mehrfamilienhäusern zu Gute kommt.

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Andererseits ist es in manchen Mietimmobilien nicht erlaubt, Satellitenschüsseln auf dem Hausdach, dem Balkon oder der Hauswand anzubringen. Dann müssen Sie als Mieter auf eine andere Lösung zurückgreifen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass es bei Unwettern zu schlechtem Empfang oder Schäden an der Anlage kommen kann. Auch eine nicht fachgerechte Montage kann zu Verlusten bei der Bild- und Tonqualität führen.

Komponenten für den SAT-Empfang zu Hause

Zunächst brauchen Sie eine Satellitenschüssel. Die Antenne sollte für eine ausreichende Empfangsqualität einen Durchmesser von mindestens 60 Zentimetern haben, bei verbautem Umfeld auch mehr. Die gängigsten Schüsseln sind mit Durchmessern zwischen 60 und 120 Zentimetern erhältlich. Da sie jahrein jahraus den Witterungseinflüssen ausgesetzt ist, achten Sie am besten auch auf eine rostfreie Ausführung in Stahl oder Aluminium.

Für die korrekte Umwandlung des Signals ist ein digitaler Receiver erforderlich, der mit der Schüssel kompatibel sein muss. Analoges SAT-TV gibt es bereits seit 2012 nicht mehr. Früher waren die Receiver als einzelne Geräte Standard (so genannte Set-Top-Boxen), heute sind sie in modernen Fernsehern in der Regel bereits eingebaut.

Weiterhin benötigen Sie einen so genannten Signalumsetzer (Low Noise Block = LNB bzw. Low Noise Block Converter = LNBC). Falls mehrere Nutzer auf die Satellitenanlage zugreifen, empfiehlt sich ein LNB mit mehreren Kanälen.

Komplett wird die Ausrüstung für SAT-Fernsehen mit dem Befestigungsmaterial für die Schüssel sowie der passenden Verkabelung zwischen allen Komponenten.

Kauf und Anschluss – was ist wichtig?

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Wenn Sie sich zum Kauf einer SAT-Anlage entschlossen haben, sollten Sie die Angebote am Markt vergleichen, denn die Preise besonders für die Satellitenantennen variieren erheblich. Grundsätzlich sollten Sie aber nicht am falschen Ende sparen, wenn Sie dauerhaft guten Empfang haben wollen. Am besten lassen sie sich in einem qualifizierten Fachhandwerker beraten, welche Anlage Ihren Bedürfnissen gerecht wird.

Der wichtigste Faktor für gute Bildqualität ist die Ausrichtung der Satellitenschüssel. Sie sollte so angebracht werden, dass die Empfangsanzeige am Digital-Receiver mindestens 80 % erreicht. Hindernisse und starke Regen- oder Schneefälle können die Signalqualität mindern. Deshalb ist möglichst eine freie und unverbaute Anbringung anzustreben. Auch hier hilft ein Fachbetrieb weiter.

Bei der Planung ist der Abstand zwischen Schüssel und Receiver/Fernseher zu berücksichtigen. Denn bei langen Kabeln kann die Signalstärke abnehmen, und der Empfang wird schlechter. Abhilfe schafft in diesem Fall ein zwischengeschalteter Verstärker mit eigenem Stromanschluss. Allerdings rettet er keine verlorengegangenen Bildinformationen.

Für die Zukunft gerüstet

SAT-Anlagen werden auch in nächster Zukunft die attraktivste und günstige Variante für einen ausgezeichneten Fernsehempfang bleiben. Das liegt zum einen an den konkurrenzlosen Konditionen, denn nach der einmaligen Anschaffung und der Montage entstehen für Sie keine weiteren Kosten, allenfalls für die Wartung. Zum anderen bietet die Technik eine Vielzahl an Kanälen in HD-Qualität, die Sie anders nicht sehen können.